Inhalt und sozialer Prozess 2

 

In einer ihrer Grundannahmen geht die prozessorientierte Didaktik von den ‚pragmatischen Axiomen’ der Kommunikation aus, wie sie von Watzlawick, Beavin und Jackson (1967, S. 53) beschrieben wurden.

"Man kann nicht nicht kommunizieren"
  • Das erste Axiom besagt: "Man kann nicht nicht kommunizieren."
  • Das zweite Axiom lautet: "Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, derart, dass letzterer den ersteren bestimmt und daher eine Metakommunikation ist."

Diese beiden Axiome sind für die Unterrichtssituation in vieler Hinsicht relevant: Das erste verweist auf die Tatsache, dass auch die unbesprochenen Verhaltensformen im Unterricht als ein Faktor der Kommunikation eine Rolle spielen. Das zweite, die weitgehende Determinierung des Inhaltsaspekts durch den Beziehungsaspekt, verweist darauf, dass die emotionale Beziehung zwischen den Akteuren die Arbeit am Inhalt nachhaltig bestimmen, aber auch irritieren kann.

Für die Planungsarbeit bedeuten diese Erkenntnisse, dass die Gestaltung der sozial-kommunikativen Strukturen des Lehrens und Lernens viel mehr Beachtung verlangt, als Lehrende bisher darauf verwendet haben.


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