Das Didaktische Dreieck im Geschichtsunterricht

Die Methodenwahl beeinflusst die Perspektive auf den Inhalt

 

Wendet man die theoretischen Annahmen des Didaktischen Dreiecks auf die "Geschichte" an, dann ergibt sich daraus folgende theoretische Konsequenz: Jedes Mal, wenn die Beziehungsstruktur (die Art der Kommunikation) zwischen LehrerIn und SchülerInnen verändert wird, wird eine neue Perspektive auf das Thema gerichtet. Das bedeutet für die Unterrichtsplanung, dass je nach dem, welche Lernorganisation gewählt wurde, entwickeln die SchülerInnen eine unterschiedliche Vorstellung von Geschichte. Die Methodenwahl hat also bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Geschichtsverständnisses.

Wenn zum Beispiel ein/e GeschichtslehrerIn die Ereignisse der Revolution 1968 aus dem Geschichtsbuch vorträgt, werden die SchülerInnen diese Ereignisse voraussichtlich als enzyklopädisches historisches Wissen verarbeiten. Wenn der/die GeschichtslehrerIn allerdings die Beziehung zu den SchülerInnen durch Einführung einer neuen Methode verändert (beispielsweise statt eines Vortrags eine Projektorganisation wählt, wo die SchülerInnen den Inhalt selbst mitbestimmen, indem sie oral history Interviews führen), dann verändert dies zum einen die LehrerInnenrolle (er/sie wird KoordinatorIn des Lernprozesses), zum anderen werden auch die SchülerInnen das Thema neu wahrnehmen, in diesem Fall die historischen Ereignisse von 1968 vermutlich näher an die Erfahrungen der Eltern- oder Großelterngeneration heranführen.


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