Vorläufer der Geschichtsdidaktik

Die Geschichte der Geschichtsdidaktik ist eng mit den Fragen verknüpft, wie Geschichte vermittelt bzw. wie sie unterrichtet werden kann. Es liegt nahe, bei diesen Fragen zuerst an den Geschichtsunterricht in Schulen oder an Universitäten zu denken. Ein Nachdenken über die "Kunst der Geschichtsdarstellung" bzw. die "Kunst der Geschichtsschreibung" gab es allerdings schon seit der Antike.

Seit der Antike dachten Geschichtsschreiber auch über die Formen nach, in denen sie ihre Erzählungen vermitteln konnten. Dieser "Kunst der Geschichtsschreibung" ging es vorrangig um die Wirkung ihrer Werke auf die Zuhörer und Leser. Die Zuhörer und Leser sollten durch die Werke der Geschichtsschreiber ihre Fähigkeiten zur Bemeisterung praktischer Lebensprobleme verbessern. In welcher Form diese Lehre aus der Geschichte wirksam sei, darüber dachten auch schon Scholastiker oder Humanisten nach.

Hohe Schul

Zur Zeit der Aufklärung wurde neben der "Rhetorik" die "Methodik" oder "Historiomathie" (Rüsen, 1991, S. 14) zu einer festen Reflexionsgröße der Geschichtsschreibung. Beide Begriffsfelder können als engere Vorläufer der Geschichtsdidaktik gelten. Die Rhetorik verstand Geschichte noch als Kunst (ars); sie explizierte die Regeln, nach denen die Geschichte dargestellt werden konnte. Erst mit dem Ausbau der Methodik wurde Geschichte als Wissenschaft im heutigen Sinn definiert. Damit begann sich auch die Geschichtsdidaktik im modernen Sinne zu entwickeln.

Die soziale Praxis im Schulunterricht, soweit es solchen für Kinder vor der Mitte des 19. Jh. überhaupt gab, war freilich eine andere: Zur Illustration soll hier ein Auszug aus einem Stundenbild des aufgeklärten Absolutismus dienen: Abt Johann Ignaz von Felbiger, der Chefberater der Maria Theresianischen Schulreform, illustriert in diesem Stundenbild, wie auf Basis der Bibeltexte, der zentralen textliche Quelle im "sittlichen" Unterrricht der Grundschule, Subordinität und Gehorsam gegenüber der Obrigkeit eingeübt werden sollte.


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