Rundfunk und Politik

 

"Der Rundfunk-Nachrichtendienst will keine Zeitung sein, er will weder urteilen, noch kommentieren, noch Weltanschauungen vertreten. Er will, wie schon sein Name sagt, lediglich als Übermittler von Nachrichten dienen."
(Erich Kunst (Verwaltungsrat im RAVAG-Präsidium, 1925) zit. in: Koboltschnig 1993, S. 62)

Radio

Trotz politischer Einflussnahme auf Programm und Gestaltung des Rundfunks, gehörten die Bereiche politische Information und Nachrichten offiziell damals noch nicht zu den Aufgaben des Rundfunks.

Die Möglichkeiten des Rundfunks, als Beeinflussungsmittel zu dienen, stellten für den Staat eine Versuchung dar, das Massenmedium unter Kontrolle zu bringen. Erleichtert wurde dies, da der Rundfunkbetrieb hohe Geldmittel benötigte und durch die Gesetzgebung an eine Lizenz der Postbehörde gebunden war.

Der RAVAG-Gründung gingen politische Auseinandersetzungen voraus, da die in Wien führenden SozialdemokratInnen zunächst keine Besitzanteile erhalten sollten.

Das Monopol des Staates über den Rundfunk war quasi gesichert und wirkte sich in einem ständigen Ringen der Parteien um ihr eigenes Monopol im Rundfunk aus. Im Fall der RAVAG war der christlichsoziale Einfluss vorherrschend.

Ende der 1920er Jahre wurde der Rundfunk immer mehr zum Instrument der Regierung. Als Bundeskanzler Engelbert Dollfuß am 3. März 1933 schließlich in einem Staatsstreich das Parlament auflöste und am 1. Mai 1934 den autoritären Ständestaat ausrief, wurde die RAVAG ganz offen als politisches Propagandamittel missbraucht.


Startseite :: Ebene Hoch :: ? Vorherige Seite :

Symbole
markiert den Inhalt einer Lerneinheit.
markiert die Dauer einer Lerneinheit.
markiert referenzielle Begriffe am Beginn einer Lerneinheit.
markiert Definitionen.
markiert Leitfragen.
markiert ein Beispiel.
markiert eine ܢung.

Farbig markierte Worte verweisen auf eine zugeordnete Begriffserkl䲵ng.