Zensur und "Radio Österreich"

Zensur

 

Zensur wurde bei allen Sendern ausgeübt. Der  Hauptzensor wirkte im Wiener Funkhaus. Anfangs machte vor allem die russische Besatzungsmacht relativ geringen Einfluss auf das Radioprogramm geltend. Nur drei Mal pro Woche wurde die "Russische Stunde" (TASS-Nachrichten) bei Radio Wien mit einer Dauer von je 10   Minuten ausgestrahlt. Als sich aber in Folge der Intensivierung des Kalten Krieges ab 1947 der Druck verstärkte, wurde zunehmend ganz offen kommunistische  Propagandaarbeit betrieben.

Die AmerikanerInnen und BritInnen zensurierten von Anfang an, aber nicht so offensichtlich wie die Sowjets. Am wenigsten hat sich die französische Besatzungsmacht eingemischt. Sie zogen sich schon ab 1946 aufgrund  finanzieller Schwierigkeiten zurück und überließen die Programmgestaltung weitgehend der österreichischen Studioleitung.

Gegen Ende des Jahres 1947 begannen die Sendergruppen zögernd einen Programmaustausch vorzunehmen. Die Befreiung des Rundfunks aus der Besatzungsmacht erfolgte schließlich 1954, also bereits vor dem Staatsvertrag. Die USA führten ihre Sender in Wien allerdings noch bis Juli 1955 weiter.

Am 25. April 1954 konnte zum ersten Mal österreichweit ein gemeinsames Programm ("Radio Österreich") empfangen werden. Damit begann in Österreich der Proporzrundfunk.

 


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