Auswirkungen

 

Es gab keinen wirklich „freien“ Journalismus im Rundfunk. Die Programmverantwortlichen mussten sich an den Parteien orientieren. Ein Passus im Koalitionsabkommen von 1959,  bestätigte den Zwang zur unkritischen Berichterstattung .

"Die Bundesregierung wird an den Vorstand der Rundfunk Ges. m. b. H. die Aufforderung richten, Verunglimpfungen und Verspottungen der demokratischen Einrichtungen und ihrer Träger sowie von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ins Rundfunk und Fernsehen zu unterbinden." ("Proporz und Zensur auf Österreichs Ätherwellen" in: Kronen Zeitung, 23.11.1960, zitiert in: Hanreich 2001. S. 40.)

Raab ÖVP
Pittermann SPÖ

1959 war das Proporzsystem auf allen Ebenen bereits so weit ausgebaut, dass in Streitfällen zuerst die Meinung  der jeweiligen politischen Gremien eingeholt wurde und nicht die Meinung der sachlich zuständigen Instanzen im Rundfunk. Im Tagesdurchschnitt  mussten die ÖsterreicherInnen fast 25 Minuten "politische   Werbung" (politische Belangsendungen, Übertragungen aus dem Parlament etc.) in Kauf   nehmen. Anfang der 1960er Jahre wurden - vor allem von Seiten der unabhängigen Presse -   immer mehr Stimmen laut, die den Proporzrundfunk kritisierten und einen partei-unabhängigen, freien Rundfunk forderten.


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