Die Maifeiern der ÖVP

Eine Analyse der ausgewählten Filme der Austria Wochenschau bzw. Berichten des Fernsehens zeigt, dass die ÖVP in den rund sechs Jahrzehnten ihres Bestands bemüht war, eine eigene Festkultur zum 1. Mai zu entwickeln. Die bündische Struktur

 

Die Filme der Kontextualiserung zu den Maifeiern der ÖVP erhalten Sie unter auf der Seite "Beispiel: Filme".

Größere Bilder erhalten Sie, wenn sie die auf die Thumbnails klicken.

1957

Anfänglich hielt die Volkspartei ihre Feiern im Konzerthaus ab. Bei der Veranstaltung im Jahr 1957 sind auf dem Podium, vergleichbar mit den Kundgebungen der SPÖ, [...]

1957

[...] Vertreter der verschiedenen Berufsgruppen in Uniformen bzw. Berufskleidung [...]

1957

[...] mit zahlreichen Fahnen zu sehen.

1957

Unter den Fahnen betont jene mit dem Bildnis von Bürgermeister Lueger die christlich - sozialen Wurzeln der ÖVP.

1957

Am Podium saßen mit Dr. Bock, Ing. Raab und Figl Spitzenpolitiker der Partei. Das Hauptreferat hielt Bundeskanzler Ing. Raab.

1962

Doch bereits bei der Maifeier 1962 im Konzerthaus wurde auf die Präsentation der Berufsstände und der Fahnen verzichtet. Das Podium ist mit Blumen geschmückt. Hauptredner fungierte der Präsident des Nationalrates, Maleta.

1965

1965 hat die ÖVP ihre Veranstaltung aus dem Saal hinaus ins Freie verlegt. Die Veranstaltung findet auf dem Pfarrplatz in Krems statt.

1965

An die alte Verbindung der Christlichsozialen erinnert der Altar neben dem Rednerpult. Auch Fahnen werden wieder aufgeboten und teilweise sind auch Vertreter öffentlicher Einrichtungen wieder in Uniform dabei.

1965

Hauptredner war der Wiener Vizebürgermeister Drimmel.

1974

Entsprechend der stärker föderalen Struktur der Volkspartei bleibt die Tendenz die Hauptveranstaltung außerhalb Wiens abzuhalten aufrecht. Die Atmosphäre wirkt meist eher nüchtern. Auf die Präsentation von Fahnenträgern oder VertreterInnen von Berufsgruppen wird verzichtet. Lediglich Rot-Weiß-Rote Fahnen und die jeweiligen Landesfahnen schmücken den Platz und eine Trachtenblasmusik soll für Stimmung sorgen. Im Bild ist die Maifeier 1974 in Feldbach zu sehen.

1965

Ebenso wie die SPÖ, benutzte die ÖVP Maifeiern als Wahlveranstaltungen für die BundespräsidentInnenwahl. 1965 präsentierte sie in Krems Alphons Gorbach, [...]

1986

1986 in Graz Kurt Waldheim, wobei wieder eine Halle als Veranstaltungsort diente.

1991

Eine neue Entwicklung ist seit 1986 zu erkennen und findet im Beitrag zur Maifeier von 1991 seine Fortsetzung. Das Trachten – Lodenimage der ÖVP ist verschwunden. Bei Veranstaltung in Deutsch Jahrndorf gibt sich die Partei einen internationalen Touch. Zwei Jahre nach dem Fall des eisernen Vorhanges feiert man gemeinsam mit „christlich-sozialen“ Politikern aus den Nachbarstaaten den ersten Mai und propagiert eine über die Grenzen des Landes hinausgehende Energiepolitik. Die Europafahne im Vordergrund ist ein Verweis auf die Europapolitik der ÖVP, die - wie auch die SPÖ - eine Mitgliedschaft in der EG anstrebte.

1996

Der Beitrag von 1996 setzt die Tendenz zu einer neuen Veranstaltungskultur der ÖVP für ihre Maifeier fort. In einer Halle in Steyr sitzen die Podiumsdelegierten vor einem Großplakat mit dem Motto zum 1. Mai. An den Wänden sind weitere Plakate mit Botschaften der ÖVP und des ÖAAB zu sehen.

2000

Der Beitrag aus dem Jahr 2000 bestätigt den Wandel. In einem neuen durchgestylten Saal organisierte die ÖVP ein Round Table Gespräch zum Thema moderne Arbeit. Man versucht sich damit sehr bewusst von den traditionellen Maiaufmärschen der SPÖ abzusetzen und das innovative zu betonen, was auch Bundeskanzler Schüssel in seiner Rede betont.


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