Kontext: 1. Mai 1934

Den 1. Mai 1934 feiern einige 100 geflüchtete Schutzbundangehörige in der Sowjetunion. Nach der Niederlage im Februar ist die Regierung Dollfuss rigoros gegen sie vorgegangen. Die Sozialdemokratische Partei ist aufgelöst und das Rathaus besetzt worden. Sozialdemokratische Politiker - darunter auch Bürgermeister Seitz - und hunderte Mitglieder des Republikanischen Schutzbundes werden verhaftet und von Standgerichten verurteilt. Einigen Tausenden gelingt die Flucht in die Tschechoslowakei oder nach Spanien. Ein Kontingent von mehreren Hundert wird von der Sowjetunion aufgenommen. Am 1. Mai halten die in einem Landhaus untergebrachten Kinder der Schutzbundangehörigen eine Erste – Mai - Parade ab. Mit großem Jubel werden Neuankömmlinge in Empfang genommen. Moskau feierte zunächst die österreichischen Schutzbundangehörigen als „Kämpfer auf den Barrikaden von Wien“, später wurden viele von ihnen von Stalin in sibirische Lager verschleppt oder ermordet.

Quellen:
Hugo Portisch: Österreich I. Abschied von Österreich (Wien 1998) Heyne Sachbuch Nr. 19/299.


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