GD seit den 70er Jahren

Beispiel: Borries, Bodo von

 

Quellen aus der Konsolidierungsphase der Geschichtsdidaktik als Wissenschaft

Textquelle 4: Fragen nach der gesellschaftliche Relevanz der Geschichtsdidaktik als Wissenschaft

"Wer ist eigentlich an einer wissenschaftlichen Disziplin ‚Geschichtsdidaktik’ interessiert? Wer braucht sie? Wem löst sie wichtige alltagsweltliche Probleme? Regierungen und Parlamente, Schulverwaltungen und Massenmedien jedenfalls kommen ganz gut ohne diese Instanz aus, die schlimmstenfalls als aufgeblasenes Zensurgremium, bestenfalls als unbestechliche Reflexion auftreten kann. Könnte es nicht einfach sein, dass kompetente, rationale Aufarbeitung der hier anstehenden Probleme eher unerwünscht ist? Wäre es denkbar, dass ‚Geschichtsunterricht’ und ‚Geschichtsbewußtsein’ mehr spekulative und ideologische Größen in einem politischen Machtkampf sein sollen, dass also ihre ‚wissenschaftliche’ Durchleuchtung keinen Beifall finden wird? Denkt man in dieser Richtung weiter, so findet man viele Belege. Dennoch ist es zu billig, die Schuld bei anderen zu suchen und die verfolgte Unschuld zu spielen. [...] Die Krise der Geschichtsdidaktik ist teilweise hausgemacht; es handelt sich auch um den Zusammenbruch überzogener und uneingelöster Selbstansprüche."

Quelle: Borries, Bodo von (1990) Krise und Perspektive der Geschichtsdidaktik - Eine persönliche Bemerkung, in: Geschichte lernen, H. 15, 3. Jg., Mai 1990, S.2.


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