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Geschichtsunterricht nach dem Ende des Kalten Krieges

Empfehlungen

Der Fall der Berliner Mauer im November 1989 als Zeichen der Wende. Quelle: Wald, A. (u.a.). (1993). Zeitbilder 8 (2. Aufl.). Wien: ÖBV, S. 5.Nach dem Ende des Kalten Krieges waren die 1990er Jahre gekennzeichnet durch eine intensive Annäherung von HistorikerInnen bzw. von ExpertInnen für den Geschichtsunterricht aus Ost- und Westeuropa. Der Europarat bot in dieser Phase in zahlreichen Seminaren und Symposien Gelegenheit, die jeweils andere Perspektive auf die Geschichte kennen zu lernen, zu diskutieren und kritisch zu hinterfragen. Dadurch wurde ermöglicht, Vorurteile und historische Klischees schneller zu erkennen und kritisch zu beurteilen. Ein Startpunkt für diese Aktivitäten war das Seminar "The Reform of History teaching in Schools in Countries in Democratic Transition" in Graz, (27.11.-1.12.1994), dessen Empfehlungen Sie hier nachlesen können.


Die HistorikerInnen und die GeschichtslehrerInnen aus Ost- und Südosteuropa arbeiteten in diesen Jahren an einer Überwindung der teleologischen Konzepte des Historischen Materialismus, und versuchten zugleich, dem Wiedererstarken nationalistischer Geschichtsinterpretationen durch die Entwicklung pluralistischer und multikultureller Geschichtskonzepte entgegen zu steuern. In diesem Bemühen trafen sich ihre Interessen mit den KollegInnen aus West- und Zentraleuropa, die in dieser Auseinandersetzung erkennen mussten, dass ihre bisherige Geschichtsschreibung keineswegs frei von ideologischen Einfärbungen und Klischees gegenüber den Ländern und der Geschichte Ost- und Südosteuropas war.

Seit der Mitte der 1990er Jahre wurden vom Europarat mehrere große Programme zur Reform des Geschichtsunterrichts in der Russischen Föderation ("Teaching History in the Russian Federation"), in den Ländern Osteuropas und in den Balkanstaaten ("History Teaching in South East Europe") initiiert und durchgeführt.

Österreich trägt durch Kooperationen des Bildungsministeriums sowie durch die von www.kulturkontakt.or.at/new/index_dt.htm Kulturkontakt Austria koordinierten Projekte der Bildungskooperation wesentlich zu diesem Reformprozess bei. Ein wichtiger Impuls für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Südosteuropa kommt aus dem "Graz Prozess", der während der österreichischen EU-Präsidentschaft mit der Konferenz "Educational Co-operation for Peace, Stability and Democracy (14.-16. Nov. 1998)" gestartet wurde. Das "South East European Cooperation network" und das "Center for Democracy and Reconciliation in South East Europe" sind nur zwei von zahlreichen wichtigen Partnern in diesem Demokratisierungsprozess, der vom www.stabilitypact.org/ Stability Pact for South Eastern Europe koordiniert wird.


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