26.Oktober 1962

Kontext: Der Tag der Fahne 1962

In ganz Österreich wurde der Tag der Fahne begangen, obwohl kein staatlich anerkannter Feiertag, darf er als ausgesprochener Nationalfeiertag gelten, der vor allem für die Jugend ein Gesinnungs- und Gedenktag sein soll.

Die älteren Mitbürger möge er an die traurigen Jahre der Okkupation und der Besatzung erinnern und sie auffordern alles in ihren Kräften stehende zu tun, um eine Wiederholung der hinter uns liegenden geschichtlichen Ereignisse zu verhindern.

Die Feiern haben in den letzten Jahren schon eine gewisse Tradition entwickelt. Hauptträger sind die Schuljugend und das Bundesheer. In den Kasernen wurden 1100 Jungmänner angelobt.

Im Burgtheater fand in Anwesenheit von Bundespräsident Schärf die Bundesfeier der Schuljugend zum Tag der Fahne statt. Als Festredner wies Unterrichtsminister Drimmel auf die Bedeutung des Tages hin und dass der Wiederaufbau der Heimat der schöpferischen Kräfte aller Gruppen des österreichischen Volkes bedurfte. In letzter, geistiger Hinsicht sei Österreich kein nationaler und kein politischer Begriff, sondern ein ideeller Begriff, der ein Menschentum eigener Prägung in seiner Gemeinsamkeit definiert. Er appellierte „die Kräfte des Geistes und Gemüts zum Marsch nach den gemeinsamen Ziel in der Erhaltung von Freiheit und Selbständigkeit zu mobilisieren“.

Die Feierstunde wurde von den Wiener Philharmonikern unter Prof. Heinrich Hollreiser und Vorträgen der Burgschauspieler Auer, Janatsch, Kery und Schweiger umrahmt. Außer dem Bundespräsidenten waren auch der Präsident des österreichischen Nationalrats Maleta, die Minister Afritsch und Broda, Staatssekretär Rösch, Bürgermeister Jonas und zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens anwesend.

In der Universität hielt in Anwesenheit des Rektors und des akademischen Senats sowie der Hochschülerschaft Nationalratspräsident Maleta einen Festvortrag über die „Aufgaben und Funktionen des Parlaments als höchstes Gremium letzter politischer Entscheidungen in einer reifen Demokratie“.

Im Konzerthaus hielt Minister Schleinzer in Anwesenheit des Bundespräsidenten, Mitgliedern der Bundesregierung und Repräsentanten des Bundesheeres und des öffentlichen Lebens das Hauptreferat.

Quellen:
Wiener Zeitung Nr. 249, vom 27. Oktober 1962, S. 3.
Die Presse, Nr. 4345, vom 27. Oktober 1962, S. 4, 7


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