Bild- und Fotoanalyse

Bilder, die im Zusammenhang mit historischen Ereignissen stehen, sind nicht bloß als textunterstützende Abbildungen zu betrachten, sondern erfüllen vielmehr den Zweck, einen anderen Zugang zur kritischen Betrachtungsweise einer Epoche oder eines Zeitalters zu erlangen. Dabei sind alle Arten von bildlichen Darstellungen als Sachquellen zu werten, unabhängig davon in welcher Form diese vorliegen (z.B. Stein, Holzschnitte, Kupferstiche, Leinwand, Fotografien usw.).

           


Als unmittelbar „greifbare“ Quelle bieten Bilder beispielsweise die Möglichkeit, mit Künstlern der damaligen Zeit direkt in Kontakt zu treten, um einen spezifischen Einblick in deren künstlerische Abbildung der damaligen Lebensvorstellung zu gewinnen. Die Auseinandersetzung mit der Bildquelle, die durchaus kritisch sein muss (siehe unten), hilft dem Betrachter gesellschaftliche Bedingungen und Wertvorstellungen der Menschen aus früheren Zeiten nicht nur kennen zu lernen, sondern auch in Bezug zu gegenwärtigen Tendenzen zu setzen, um Vergleiche bzw. Konnexe feststellen und Schlüsse zur heutigen Zeit ziehen zu können.

 


Bei der Interpretation von Bildmaterial darf keinesfalls auf das kritische Hinterfragen der Quelle vergessen werden: Die so genannte Quellenkritik ist ein wichtiger Bestandteil bei der Beschäftigung mit bildlichen Darstellungen und muss das Ziel sein, will man das vorliegende Vergangenheitszeugnis in einen historischen Kontext einbetten. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass viele Werke der Künstler bzw. Fotoabbildungen einer subjektiven Sichtweise unterliegen, vielfach im Auftrag des jeweiligen Herrschers entstanden sind und nicht immer die tatsächlichen gesellschaftlichen Umstände zeigen müssen. Diese Manipulationensgefahr zeigt sich am Beispiel eines Fotos, welches bei der Enthüllung eines Marx-Engels-Denkmals am 7. November 1918 in Moskau aufgenommen wurde (vgl. Beispiel: Bildanalyse) didactics.eu/index.php

Als nicht immer realitätsbezogene Abbildungen (z.B. Romantisierung oder die bereits genannten Fotomontagen) ist es die schwierige Aufgabe des Historikers, die ihm vorliegenden Bildquellen in einen größeren Kontext zu bringen, um sie nicht nur quellenkritisch zu betrachten, sondern sie im Anschluss daran einer historischen Analyse zu unterziehen, um in weiterer Folge jene Basis zu legen, die es der Lehrerin bzw. dem Lehrer ermöglicht, eben diese Quelle Schülerinnen und Schülern im Unterricht näher zu bringen, so dass der geschichtliche Zusammenhang hergestellt wird und die Quelle als gewinnbringende Unterstützung zum textbezogenen Unterricht dienen kann. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Schülerinnen und Schüler stets darauf hinzuweisen, dass ein Bild immer nur einen Ausschnitt aus der Wirklichkeit darzustellen vermag, so dass dadurch ein kritisches Hinterfragen der Quelle angeregt werden soll.  

Grundlegendes zur Bild- und Filmanalyse unter http://didactics.eu/index.php?id=544

 

 


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