Guter Unterricht - ein Paradigmenwechsel

Paradigmenwechsel

Was als guter Unterricht bewertet wird, erfuhr im Laufe der Geschichte immer wieder eine Neuinterpretation und steht in engem Konnex zu den unterschiedlichen Zielen, die damit erreicht werden sollen. Allein in den letzten 50 Jahren ist hier ein mehrfacher Paradigmenwechsel zu verzeichnen.

Lehrervortrag

Bis in die späten 60er bzw. beginnenden 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde darunter der rhetorisch ausgefeilte und inhaltlich gut strukturierte LehrerInnenvortrag verstanden, durch den den SchülerInnen in verständlicher Weise Wissen vermittelt wurde. Diesem von der LehrerInnendominanz geprägten Unterricht  entspricht die fast ausschließliche Stofforientierung ebenso, wie die unkritische Affirmation des politischen Systems.

Gruppenarbeit

Ab den 70er Jahren verlagerte sich, unter dem Einfluss emanzipatorischer Konzepte,  der Fokus des Unterrichtens von der Wissensvermittlung zur Wissensaneignung durch die SchülerInnen. Kennzeichen guten Unterrichts wird eine teamorientierte Lernorganisation. Im Lernprozess soll hier neben der kognitiven Aufnahme von Information auch die affektive/ emotionale Verarbeitung von Information zu Wissen erfolgen. Das wachsende Geschichtsbewusstsein  führt konsequenterweise zu einem Unterricht in dem die Arbeit mit historischen Quellen wesentlich wird und problemorientierte Aufgabenstellungen an die Stelle  einseitiger LehrerInneninterpreationen treten.

 

Handlungskompetenz

Etwa um die Wende zum 21. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt  zugunsten einer Methoden- und Kompetenzenorientierung sowie Individualisierung, wie dies auch der Lehrplan Geschichte, Sozialkunde/Politische Bildung in den didaktischen Grundsätzen festlegt. Guter Unterricht geht damit über Informationsverarbeitung und reflektiertes Wissen hinaus und zielt auf die assoziative und emotionale Integration dieses Wissens in die Handlungsdimension der AdressatInnen, er bedient sich einer prozessorientierten Lernorganisation. Gleichzeitig werden die SchülerInnen einer Klasse nicht mehr als homogene Lerngruppe gesehen, sondern in Ihrer Inhomogenität abgeholt und Ihre individuellen Divergenzen in Bezug auf Arbeitstempo, Lerntyp etc. im Unterricht berücksichtigt.


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